ZWISCHENSINN meist befinde ich mich auf der suche. leider und glücklicherweise komme ich nie an.
 
 

Selbstgefälligkeiten

Heute war ein schöner Tag. Wie befreit habe ich mich gefühlt und die Arbeit ging leicht und kreativ von der Hand. Selbst die Kinder waren heute gelöst und zeigten ungewöhnliche Begeisterung für gemeinsame Aktivitäten. Sie trauten sich etwas zu und waren motiviert, am Angebot meiner Kollegin teilzunehmen.

Der Grund? Meine Chefin war krank.

 

Ich funktioniere nicht unter Druck. Die Kinder auch nicht. Mit der Zeit lernen sie zwar, die Angst zu unterdrücken und zeigen irgendwann das erwünschte Verhalten oder beteiligen sich wie erwartet am Geschehen. Aber sie werden es mechanisch tun, aus Angst und ohne Freude.

Seid heute weiß ich, dass ich mich wie blockiert und stark verunsichert fühle, wenn sie sich in meiner Nähe befindet. Dann stirbt die Freude ab und weicht einer depressiven Stimmung. Ich sitze diese Stunden nur noch aus und das eigentlich Schöne an meiner Arbeit ist für mich nicht mehr sichtbar.

Besonders hasse ich es, wenn sie über die Eltern oder die Kinder lästert. Dabei versetzt sie sich in keinster Weise in ihre Lage oder versucht ihre Beweggründen zu verstehen. Es zählt, was SIE sieht und wie SIE es wahrnimmt. Es ist wichtig, wie man nach Außen hin wirkt. Sie erwartet von Anderen absolute Leistungsbereitschaft und geht selbst krank in die Arbeit.

Zudem hasse ich ihre Art, wie sie im Morgenkreis versucht, Informationen aus den Kindern zu pressen, von denen jeder weiß, dass sie die Kinder von der kognitiven Entwicklung geben könnten und in keinster Weise wahrnimmt, wie verunsichert und verklemmt die Kinder sind. Eigentlich logisch, dass sie damit keinen Erfolg hat! Allerdings liegt das dann nicht an ihr, sondern an der Dummheit und Faulheit der Kinder!

Außerdem kann ich nicht leiden, wenn sie mich versucht, auf ihre Seite zu ziehen, indem sie meinen Blick und damit die Bestätigung für ihre Art mit den Kinder umzugehen sucht. Sie erwartet, dass ich ihren Gedanken zustimme, lache, wenn sie lacht und sie damit ihr Verhalten unterstütze. Ich kann manchmal nur noch versuchen ihrem Blick auszuweichen und halbherzig zu lachen. Das ist mir sowas von unangenehm! Am liebsten würde ich ihr meine Meinung ungebremst ins Gesicht schleudern und ich sagen, was für ein überheblicher, selbstgefälliger und furchteinflösender Drache sie ist!

Diese negativen Adern meiner Chefin sind allerdings nicht sehr leicht zu durchschauen, weil sie stets darum bemüht ist, nach Außen hin ein perfektes und angepasstes Bild zu zeigen. Allerdings weiß ich, dass sie selbst mehr Dreck am stecken hat, als sie sich selbst wahrscheinlich eingestehen möchte...

Die Kinder vertrauen ihr nicht und suchen entweder die Nähe einer Kollegin oder meine Nähe. Spätestens dann muss ich mir doch Gedanken machen?!

Vor der langen Sommerpause hat sie mir die Hölle heiß gemacht, als sie mir in einem Gespräch verdeutlichte, dass ich in einem Arbeitsjahr 11 Urlaubstage hatte und ich dem Team wenig nützlich sei, wenn ich so oft (!) krank wäre. Außerdem hätten sich meine Kollegen  viele Gedanken über mich gemacht, weil ich kurz hintereinander eine Lungenentzündung und dann einen Kreislaufkollaps wegen einer Nervenreizung im Rückenmark hatte. Sie wolle ja nicht, dass das Gerede in Mobbing ausartet...

Sie hat doch keine Ahnung, was eigentlich los ist und das sie der Grund für die von ihr beanstandeten Missstände ist. Für die Kinder (um die geht es ja schließlich in einem Kindergarten...) und mich wäre es das Beste, wenn sie einfach nicht mehr kommen würde... Dann hätten die Kinder und auch ich wieder Freude an der gemeinsamen Zeit.

Um den Konfrontationskurs zu fahren, fehlt mir der Mut. Ich könnte ihr zwar sagen, was ich von ihr halte, aber ich bezweifle, dass das was bringt. Das Einzige, was ich im Moment tun kann ist, eine andere Ansicht als die Ihre einzubringen und das Verhalten der Kinder zu übersetzten.

So. Das wollte ich hiermit mal alles loswerden. Vielleicht bin ich dann meiner inneren Anspannung  los geworden und habe mich damit etwas mehr von ihrer negativen Aura lösen können...

Wünsche euch noch einen schönen Abend!

9.10.13 20:37

bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Leander (9.10.13 21:22)
hast ein paar schöne Ansätze beschrieben, wie du dem. " deutschen" Problem begegnen kannst. Tu es! Leider sind die Chefs heute nahezu alle unfähig. So liegt es an der zweiten Reihe das Leben sympatisch zu machen. Kinder werden so, wie, von wem sie erzogen werden. Also trage deinen Teil zu dieser Erziehung bei, du wirst Wege finden auch in zynischer Umgebung.


zwischensinn (9.10.13 22:02)
Der Dirigent gibt die Richtung an, aber die Musik wird vom Orchester gespielt...
Ich bin ja froh, dass es mit den meisten anderen Kollegen gut harmoniert. Und glücklicherweise wird meine Meinung angehört, sodass Chefin und eine sich ähnlich verhaltende Kollegin Ansätze zeigen, ihr Verhalten zu überdenken.
Tiefgreifend werde ich nichts an der Situation ändern können oder sie gar kritisieren dürfen. Das muss ich auch nicht, solange nichts Gröberes vorfällt... Davor werden sie sich in Acht nehmen.
In deren Gruppe herrscht zwar eine unangenehme, angespannte Stimmung, ich werde aber trotzdem oder gerade deswegen meinen Weg finden. Das ist gewiss Danke für deine Gedanken! Lieben Gruß


Maccabros (10.10.13 06:25)
Mitunter ist ein Gespräch hilfreich, sofern der Kern vom Gegenüber verstanden werden kann, was ich nach dem Lesen nicht so sehe - reibe Dich nicht innerlich auf und WENN, dann sage ruhig was Du denkst...


zwischensinn (10.10.13 18:50)
Der Sachverhalt und das was mich stört ist schwer für mich klar zu definieren, weil es sehr vielschichtig, die mich emotinal einnehmen und ineinander greifen und sich gegenseitig bedingen.
Im Kern geht es mir darum, dass sie mit ihrer Art für Spannung in der Gruppe und auch bei mir erzeugt. Das führt dazu, dass Druck und Angst herrscht und die Kinder, bzw. ich wie blockiert sind und weniger Freude, Ausgelassenheit empfinden. Allerdings sieht sie sich selbst nicht als Grund für daraus resultierende Zurückhaltung und Unsicherheiten, bzw. tut nichts dafür, dass sich das ändert. Sie verdreht auch die Tatsachen, hauptsache sie ist kann sich rausnehmen (müsste Beispiele nennen, um das genauer zu erörtern...). Mir kommt ihr Verhalten wie eine große Ignoranz und Selbstgefälligkeit vor.
Unsere Beziehung ist nicht gut genug, als das ich ihr meine Sichtweise nahe legen könnte. Die Kritik würde eher negativ ausgelegt werden, wenn sie von mir überhaupt angenommen wird (bin ein Neuling in der Einrichtung). Die Herausforderung würde sein, dass ich die Kritik auf der Sachebene ausdrücke und darauf achte, nicht auf die Beziehungsebene zu gelangen. Sie rutscht schnell auf die Beziehungsebene und fühlt sich leicht persönlich angegriffen. Deswegen befürchte ich, dass ein klärendes Gespräch schwierig werden würde.

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