ZWISCHENSINN meist befinde ich mich auf der suche. leider und glücklicherweise komme ich nie an.
 
 

Und plötzlich ist es vorbei...

Letzte Woche habe ich in einem Kindergarten als Krankheitsersatz gearbeitet. Dieser Kindergarten besteht seid ein einhalb Monaten und ist derzeit in einem Container untergebracht.

Letztes Wochenende hat sich die Leitung umgebracht. Sie hat sich vor die S-Bahn geworfen...

Obwohl ich mit ihr nur wenig zusammengearbeitet habe, schockiert mich ihr Suizid sehr. Auf den ersten Blick hat sie einen normalen, gesellschaftsfähigen Eindruck gemacht.

Im Nachhinein stelle ich allerdings fest, dass sie nicht wirklich "greifbar" war und von dem Stress im Team und der allgemein hohen Anspannung relativ unbewegt erschien. Ihr Verhaten wirkte wie einstudiert. Sie reagierte so, wie man es zwischenmenschlich erwartete.

Es ist schwer zu verstehen, dass jemand am Freitagnachmittag die Arbeit niederlegt und am Montag nicht mehr wieder kommt. Was wird in ihr vorgegangen sein? Woran wird sie gedacht haben?

Ich weiß, dass sie Depressionen hatte. Es ist erschreckend, dass das Leben so unerträglich wird, dass selbst die Ungewissheit im Tod besser als das Leben erscheint...

26.10.13 09:27

bisher 7 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Maccabros (26.10.13 14:04)
oder ist es erschreckend, das wir es selten bemerken und dass der MEnsch nicht um Hilfe bittet...?


schmetterlingslarve / Website (27.10.13 07:53)
...wie geht es dir damit? Ich stelle mir das sehr schwer vor. Musst du Montag wieder dort hin?


(27.10.13 10:29)
@ Maccabros: Wahrscheinlich glaubte sie nicht mehr daran, dass ihr irgendwas oder irgendjemand helfen konnte. Bemerkt hat man schon etwas, aber was es ist, wird einem erst dann bewusst, wenn es zu spät ist. Sie hat sich ja fast normal verhalten... Es hat sich einem nicht aufgedrängt, dass sie ihr Leben beenden wird. Für mich ist erschreckend, dass diese Menschen ihr Leben nicht mehr leben wollen und der Tod attraktiver ist...

@ schmetterlingslarve: Ja, muss ich... Das wird eine besondere Herausforderung. Es belastet mich schon. Vor allem, weil die Mitarbeiter auch nicht die stabilsten sind und die Arbeitssituation nicht die Beste ist...


(27.10.13 12:34)
ich schicke dir für montag viel wärme, licht und energie. klingt jetzt vielleicht ein bisserl dingstibumsti, aber ich bin noch nicht lang auf.

ΞĻ ζФmmαηδαητe


schmetterlingslarve / Website (27.10.13 13:05)
Ich wünsche dir auch viel Kraft und Mut!


zwischensinn (27.10.13 16:44)
Danke, ihr Lieben!


HaW / Website (3.3.14 17:10)
Es ist zwar etwas länger her, aber ich bin jetzt erst auf diesen Eintrag gestoßen.
Das Gefühl jemanden nicht mehr wieder zu sehen, ist schmerzhaft. Egal wie nah die Person einem selbst stand, war sie Teil des Alltags.
Die Anzeichen für einen Suizid sind kaum oder gar nicht zu erkennen. Egal wie deutlich sie zu sein scheinen, geht man doch nicht davon aus, dass die Person ihr Leben beenden würde, um dem Schmerz zu entfliehen. Niemand hat Schuld und niemand kann sich danach sagen "hätte ich doch aufgepasst", da es nicht zu erkennen war, obwohl es so deutlich aussieht.
Auch wenn es solange her ist, wünsche ich dir viel Kraft den weg mit gleichen Schritten weiter zu gehen ,.. Bleib stark, denn mit deinen Worten in diesem Blog gibst du auch vielen anderen Menschen Kraft und Mut.

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